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Taura, den 27.02.2018

Radfahrer im Straßenverkehr

 

Viele Radfahrer sind schon beim Benutzen der richtigen Fahrbahn verunsichert. Wo darf gefahren werden und wo nicht? Ein Fahrrad gilt als Fahrzeug. Deshalb muss mit dem Fahrrad immer die allgemeine Fahrbahn, also die Straße benutzt werden, wenn es keinen benutzungspflichtigen Radweg gibt. Dieser ist durch ein blaues Schild gekennzeichnet. Die Radfahrer sind verpflichtet, dort zu fahren, auch wenn sie lieber auf der Straße fahren würden.

Kinder müssen bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres auf dem Gehweg fahren. Erwachsene dürfen dort nur mit dem Fahrrad fahren, wenn sie das Kind begleiten. Seit 2017 dürfen Erwachsene in diesem Fall den Gehweg benutzen.

Sind Radwege durch tiefen Schnee, Schlaglöcher oder durch parkende Autos nicht benutzbar, müssen diese auch nicht benutzt werden. Auch dann nicht, wenn dies durch ein Verkehrszeichen angeordnet ist. In diesem Fall dürfen Radfahrer auf den Seitenstreifen oder die Fahrbahn ausweichen. Auf dem Gehweg darf in diesem Fall nur gefahren werden, wenn dieser für Radfahrer ausnahmsweise freigegeben ist.

Fahrradfahrer dürfen in Einbahnstraßen nur entgegen der Fahrtrichtung fahren, wenn unter dem Einbahnstraßenschild das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ angebracht ist.

Ausdrücklich vom Gesetz erlaubt ist das Nebeneinanderfahren von Fahrradfahrern in Fahrradstraßen und auf der Straße, wenn ein Verband von mehr als 15 Radfahrern gebildet wird. Dann darf zu zweit nebeneinander gefahren werden.

Können Kraftfahrzeuge nicht überholen, müssen diese hinter dem Verband von Radfahrern bleiben.

Außerdem dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, wenn dadurch der übrige Verkehr dadurch ausnahmsweise nicht beeinträchtigt wird.

Radfahrer dürfen an wartenden Autos an der Ampel rechts vorbeifahren. Verboten ist es hingegen, zwischen zwei wartenden Autoschlangen hindurchzufahren.

Das Mitnehmen von Personen auf dem Fahrrad ist verboten. Einzige Ausnahme ist die Mitnahme von Kindern in einem Fahrradsitz. Sie dürfen bis zum Alter von sieben Jahren hinten mitfahren.

Der Gesetzgeber sieht keine Helmpflicht vor. Es ist nicht richtig, dass bei einem Unfall ohne Helm, bei welchem sich ein beteiligter Radfahrer eine Kopfverletzung zugezogen hat, dieser selbst dafür haften muss.

Der Bundesgerichtshof hat dazu bereits im Jahr 2014 Stellung bezogen.