Heimatverein Köthensdorf dreht die Zeit für einen Abend zurück

Köthensdorf, den 05.11.2015

Am Abend des 14. Oktober 2015 reisten 45 interessierte Gäste bei der Vortragsveranstaltung in Wort und Bild des Heimatvereins in die Zeit von Karl Stülpner (1762- 1841) zurück. Zu Gast an diesen Abend war der königlich, sächsische Grenadier „Korporal Stange“, der mit viel Bildmaterial und entsprechenden Requisiten uns das Leben und die historischen Ereignisse dieser Zeit näher brachte. Korporal Stange und Karl Stülpner dienten im gleichen sächsischen Regiment in Chemnitz. Bert Lochmann alias Korporal Stange berichtete in seiner lockeren Art auch vom Leben und Alltag der Bürger in dieser bewegten Zeit. Weiterhin wurden militärische Dinge, wie die Uniformen, die Waffen, die  Ausrüstungsgegenstände und die Kampftaktik auf dem Schlachtfeld erklärt. Historische Waffen, die Munition dazu, die Ausrüstung und die Uniformen durften auch angefasst werden. Herr Lochmann recherchierte viel im Erzgebirge und auch in unserer Gegend und heraus kam das wahre Leben des Karl Stülpner, der Wildschütz aus dem Erzgebirge. Das abenteuerliche Leben des Wildschützen begann in Scharfenstein als Förstergehilfe, dann diente er als Regimentsjäger in Chemnitz und jagte im Gebiet Zschopau.

Stülpner desertierte und lebte längere Zeit im Erzgebirge und in Böhmen als Wildschütz. Das Wildbret wurde an Wirtshäuser verkauft, so auch in Taura, dabei übernachtete Stülpner mal in Köthensdorf. Sein bewegtes Leben führte ihn nach Ungarn und einmal nach Preußen, aber er kehrte immer wieder in sein geliebtes Erzgebirge zurück. Im Alter erblindete Karl

Stülpner am grauen Star, ließ sich aber in Mittweida operieren und konnte dann auf einem Auge wieder etwas sehen. In seinen letzten Lebensjahren erzählte Karl Stülpner in Wirtshäusern seine bewegte Biographie. Schon

damals entstand ein Buch, später gab es kleine Heftchen mit seinen Abenteuern. Bert Lochmann brachte uns an diesem Abend Stülpners Leben sehr detailliert und spannend näher. Sogar ein Jagdgewehr aus dem persönlichen Besitz von Stülpner gab es zu sehen und anzufassen! Nach 2 Stunden waren sich alle Gäste einig, dass sie einen sehr gelungenen, kurzweiligen Abend verbracht hatten. Wir erlebten original-sächsische Geschichte  zum Anfassen. Der Heimatverein Köthensdorf bedankt sich bei allen Teilnehmern, bei Korporal Stange und vor allem bei den Helfern, die beim Möbelrücken im Speisesaal tatkräftig mit anfassten.