Rückschau Herbstvortrag des Heimatvereins Köthensdorf
Schloss Nossen und Klosterpark Altzella – zwei Kostbarkeiten der sächsischen Geschichte
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltungen des Heimatvereins Köthensdorf war am 29. Oktober 2025 der Vortrag über die Geschichte und Gegenwart von Schloss Nossen und dem Klosterpark Altzella in den Räumen der landeskirchlichen Gemeinschaft. Die Vereinsvorsitzende Kerstin Schreckenbach konnte Frau Ina Schumann bereits im vergangenen Jahr bei unserem Besuch in Altzella dafür gewinnen. Sie, als Köthensdorferin, ist „Schlossherrin“ der beiden Anlagen.
Ihren interessanten Vortrag begann sie mit der Geschichte des Klosterparks Altzella. Das ehemalige Zisterzienserkloster war im Mittelalter das bedeutendste Kloster Mitteldeutschlands. Es umfasste 17,3 Hektar und besaß 19 Gebäude. Im Jahr 1162 stiftete Markgraf Otto I. (der Reiche) das Kloster. Es diente als Grablege der Wettiner Markgrafen und deren Familienmitglieder. Seit dem Jahr 1175 wurde die Anlage bewirtschaftet. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und verfiel.
Gut erhalten ist, neben anderen bedeutenden Gebäuden, das romanische Portal, das ursprünglich der einzige Zugang zum Kloster war.
Die Steine der Klostergebäude wurden nach der Auflösung als Material zum Umbau des Schlosses Nossen als Reise- und Jagdschloss genutzt.
Schon bei unserer Ausfahrt gefiel der romantische Landschaftspark, der schon Caspar David Friedrich inspirierte.
Das Mausoleum mit der Grabstätte der Wettiner, das Konversenhaus, das als Speise- und Schlafsaal, Bibliothek und zu DDR-Zeiten als Kuhstall diente, sind markante Gebäude.
Das Schloss Nossen war ursprünglich eine Ritterburg, die 1185 erstmals erwähnt wurde. Im 15. Jahrhundert ging sie in den Besitz des Zisterzienserklosters Altzella über. Nach der Reformation wurde das Schloss kurfürstliches Amt und als Reiseschloss genutzt, das die Wettiner im Jahr 1775 als Reiselager aufgaben. Das imposante Schloss diente danach ausschließlich Verwaltungszwecken. Dadurch wurden viele Innenräumen umgebaut und der Riesensaal in kleine Räume aufgeteilt. Nach Auflösung und Auszug der Ämter entstanden Wohnungen.
Gräfin Cosel, die Mätresse Augusts des Starken war kurz Gast in Nossen, bevor sie auf der Burg Stolpen ihre Gefangenschaft antrat.
Ansonsten ist, wie Frau Schumann bemerkte, am Schloss die große Geschichte etwas vorbei gegangen.
Die Sachkompetenz von Frau Schumann und die lebendige Darstellung der Geschichte sowie ihr Engagement für die Erhaltung und weitere Gestaltung der Anlagen machten den Vortrag zu einem Highlight. Die Zeit verging für die 40 interessierten Besucher wie im Fluge. Ihren Vortrag beendete Frau Schumann mit stimmungsvoller gregorianischer Musik.
Der Heimatverein bedankt sich herzlich bei Frau Schumann für den gelungenen Vortrag und die zur Mitnahme ausgelegten Prospekte. Vielen Dank auch für die geleisteten Spenden.
Köthensdorf, den 04. November 2025
Text: HVK, Renate Rümmler
Bild: Alexandra Meier, Photography