|
Am 22. November 2003
wurde auf dem Friedhof in Taura die
mit Unterstützung der Gemeinde
und der Baumschule Beer neu gestaltete,
letzte Ruhestätte Arthur Beils
vom Heimatverein Taura e.V. offiziell
der Öffentlichkeit übergeben:
Ehrung
für den verdienstvollen Heimatforscherer
Leo Arthur Beil
Zu den verdienstvollen
Bürgern der Gemeinde Taura, nach
denen eine Straße benannt wurde,
gehört zweifelsohne Leo Arthur
Beil. Er wurde am 28.06.1860 in Lippersdorf
geboren. Nach dem Besuch und dem erfolgreichen
Abschluss des Lehrerseminars in Dresden-Friedrichstadt
war er 1880 Hilfslehrer in Sand, 1881
Vikar in Friedebach, 1882 Vikar in
Niederseifenbach sowie Hilfslehrer
in Heidersdorf und danach 1883 ständiger
Lehrer in Chursdorf. Ab 1905 war er
dann ständiger Lehrer in Taura,
wo er auf Grund seiner erfolgreichen
Tätigkeit zum Schuldirektor berufen
wurde.
In diese Zeit fällt
auch die wohl mit entscheidendste
Entwicklungsperiode der Tauraer Schule
- die Entwicklung von der zwei- zur
achtklassigen Volksschule, in der
Jungen und Mädchen in 16 (!)
Klassen unterrichtet wurden.
Doch
hat Arthur Beil durch sein Wirken
nicht nur zahlreiche Tauraer in ihrer
Entwicklung geprägt, sondern
zugleich Entscheidendes für die
Erforschung und Popularisierung der
Geschichte unserer Gemeinde und darüber
hinaus der gesamten Region geleistet.
Besonders hervorzuheben ist dabei
sein Buch
"Beiträge zur Geschichte
Tauras",
das 1913 erschienen ist und auch dem
heutigen Leser immer wieder Bewunderung
über die Vielzahl der ausgewerteten
Dokumente bzw. sonstigen Quellen und
die damit verbundene Gründlichkeit
der Recherche abringt. Ohne zu übertreiben
darf ich behaupten, dass mit Sicherheit
viele Fakten der historischen Entwicklung
unserer Gemeinde ohne sein Wirken
heute gar nicht mehr nachvollziehbar
bzw. in Vergessenheit geraten wären.
Und so ist es nur verständlich,
dass auch wir als Heimatverein immer
wieder auf das Buch von Arthur Beil
zurückgreifen.
Aber man würde
Arthur Beil Unrecht tun, wenn sein
verdienstvolles Wirken für die
Heimatforschung auf sein Buch beschränkt
würde. So hat er fast 25 Jahre
- d.h. von ihrer ersten Ausgabe im
Mai des Jahres 1910 bis Ende 1934
- die Beilage zum "Burgstädter
Anzeiger und Tageblatt" bearbeitet.
Der Titel der Beilage
"Aus der Heimat - für die
Heimat"
war zugleich programmatisch für
die gesamte, über unsere Gemeindegrenzen
hinausreichende Tätigkeit. Sie
ist eine wahre Fundgrube für
jeden Heimatfreund und erstaunlich
in ihrer Vielfalt.
In der Beilage 1/35
heisst es deshalb auch im Hinblick
auf die Beendigung dieser Tätigkeit
Arthur Beils:
"Dass sie (d.h. die Beilage)
zu dem werden konnte, ist das Werk
ihres Bearbeiters, der in grosser
Liebe zur Heimat und mit grösster
Gewissenhaftigkeit der Geschichte
der Heimat nachspürte und es
ausgezeichnet verstand, bei seinen
Lesern die gleiche Liebe und das Verständnis
für die Heimat zu wecken und
zu vertiefen. Damit gewann sein Ruf
als Heimatforscher und heimatkundlicher
Schriftsteller einen hohen Klang und
sein Schaffen die ernsteste Würdigung,
so dass sein Name mit der Geschichte
unserer Heimat für immer verbunden
bleiben wird."
Am 4. Februar des Jahres
1941 setzte eine Lungenentzündung
dem Leben Leo Arthur Beils ein Ende.
Er wurde 80 Jahre, 7 Monate und 6
Tage alt. Beigesetzt wurde er auf
dem Friedhof in Taura.
Leider verfiel im Laufe
der Zeit das Grab und geriet in Vergessenheit.
Dem Bemühen unseres ehemaligen
Kantors, Herrn Preußker, ist
es zu verdanken, dass die Ruhestätte
Arthur Beils wieder aufgefunden werden
konnte. Als der Heimatverein Taura
e.V. dies erfuhr stand fest, dass
das Grab in würdiger Form wieder
hergerichtet werden muss. Nach einigen
Anlaufschwierigkeiten wurde am 10.
September 2003 ein entsprechender
Beschluss gefasst und begonnen, die
Idee in die Tat umzusetzen. Bereits
am Totensonntag des gleichen Jahres
konnte sodann in einer kleinen Feierstunde
die wiederhergerichtete Ruhestätte
Leo Arthur Beil der Öffentlichkeit
übergeben werden.
Aber ohne die unbürokratische
und vor allem finanzielle Unterstützung
durch die Gemeindeverwaltung, die
Unterstützung durch die Baumschule
Beer, die sofort und ohne zu zögern
zusagte, die gärtnerische Gestaltung
unentgeltlich und in ausgezeichneter
Qualität durchzuführen sowie
durch die Fa. Friebel, die den Grabschmuck
spendete, wäre dies wohl kaum
möglich gewesen. Ebenso hat das
entgegenkommende Mitwirken von Herrn
Pfarrer Alberti sowie des Kirchenvorstandes
und von Herrn Steinmetzmeister Horn
aus Hartmannsdorf massgeblich zu dem
Erfolg beigetragen.
Der Heimatverein Taura
e.V. bedankt sich deshalb auch an
dieser Stelle bei all den Genannten.
Hoffen wir nun, dass
mit dieser Ehrung von Herrn Leo Arthur
Beil zugleich ein weiterer Meilenstein
im Hinblick auf das Besinnen der Traditionen
unserer Gemeinde gesetzt werden kann.
Heimatverein Taura e.V.
- Der Vorstand -
|