Der Taurastein

Der Taurasteinturm

An der Grenze zum Nachbarort, schon auf Burgstädter Flur, finden wir das bekannteste Wahrzeichen unserer Heimat. Vom dortigen Cordieritgneisriff erhebt sich weithin sichtbar der Taurasteinturm. Schon in früheren Zeiten galt der Taurastein als ein geweihter und geheimnisvoller Ort. Einst soll auf dem Taurasteine ein Altar der heidnischen Wenden gestanden haben, welche sich, von ihren Priestern gerufen, im Hahnbusche versammelten, wenn sie zum Opfer hinauszogen. Und einer alten Sage nach befindet sich auf dem Gebiet des Felsmassivs, irgendwo in einer Höhle oder Felsspalte versteckt, der Schatz vom Taurastein.


Felsblöcke am Taurastein  

Noch im Jahre 1490 wurde das Felsenriff lediglich als der Stein bezeichnet.
1887 errichtete das Zimmereiunternehmen C.A. Pauli auf Veranlassung des ehemaligen Handschuhfabrikanten Schaarschmidt einen hölzernen Aussichtsturm im Wettinhain. Am 17. Juni 1889 wurde der 32 Meter hohe Aussichtsturm zur Benutzung freigegeben. Von der Plattform des Aussichtsturmes ergab sich ein schöner Rundblick auf die Tauraer und Burgstädter Flur.

Im Jahre 1901 wurde der Turm von Gustav Winkler gekauft und dem Wettinhainverein geschenkt.
Da es notwendig geworden war auch den höchstgelegenen Stadtteil Burgstädts mit dem notwendigen Wasserdruck zu versorgen, beschloss die Stadt den Neubau eines Wasser- und Aussichtsturmes auf dem Taurastein. Im Sommer 1909 begannen unweit des hölzernen Aussichtsturmes die ersten Vermessungsarbeiten, gleichzeitig wurde ein landesweiter Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Blick vom Taurasteinturm in die Ortsmitte von Taura
Blick vom Taurasteinturm in die Ortsmitte von Taura

Blick vom Taurasteinturm auf die Mittweidaer Strasse in Taura
Blick vom Taurasteinturm auf die Mittweidaer Straße in Taura

Der kombinierte Wasser- und Aussichtsturm sollte sich harmonisch in die Landschaft und ins Stadtbild einfügen. Über 70 Vorschläge wurden eingereicht und schlussendlich erhielt der preisgekrönte Entwurf des Dresdner Architekten Johannes Kühn den Zuschlag. Bis auf wenige Änderungen wurde dieser Entwurf realisiert.
1912 erzwang die Baufälligkeit des hölzernen Aussichtsturmes dessen Abriss. Ein Modell dieses Turmes kann man heute im Burgstädter Heimatmuseum besichtigen.
Im Mai des gleichen Jahres begannen die Bauarbeiten zur Errichtung des neuen, 39 Meter hohen Wasserturmes. Die Freiberger Firma August Löffler GmbH zeichnete sich für die gesamte Bauausführung verantwortlich, Armierung- und Betonarbeiten übernahm ein Leipziger Unternehmen. So erfolgte bereits am 1. Oktober 1913 die Einweihung als Wasserversorgungsanlage und nach nur 18 monatiger Bauzeit konnten sich die Einwohner der Umgebung schliesslich im November 1913 an dem neugeschaffenen Bauwerk erfreuen.

Blick in den früheren Wasserbehälter des Taurasteinturmes  

In den Jahren von 1950 bis 1970 wurde der Turm laut Gästebuch auch als Aussichtsturm genutzt. Bis 1996 sicherte der Taurasteinturm mit seinem 300m³ fassenden und 21 Meter über der Flur befindlichen Wasserbehälter die Versorgung der Stadt Burgstädt. Aus baulichen und wirtschaftlichen Gründen wurde der Turm 1996 von der Wasserversorgung abgetrennt. Bereits im April 1997 erfolgte dann die Rückführung des Taurasteinturmes in das Eigentum der Stadt Burgstädt.

Um den Turm für den Tourismus nutzbar zu machen, begannen im September 1998 Sanierungsarbeiten. Die Wiedereröffnung als Aussichtsturm und Baudenkmal erfolgte am 24. November 2000.

In 28,5 Metern Höhe befindet sich die Aussichtsplattform, welche über 163 Stufen erklommen werden kann. Oben angekommen wird man mit einem Ausblick auf die nähere Umgebung und einer herrlichen Fernsicht ins südlich gelegene Erzgebirge belohnt. Als Ausflugsziel lädt der Taurasteinturm alljährlich Gäste aus nah und fern zum Verweilen und Erkunden ein.



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Quelle: Gemeinde Taura - Homepage
http://www.gemeinde-taura.de