Taura - 19. Jahrhundert (1)

Auch das 19. Jahrhundert ließ Taura nicht in Ruhe. Sachsen, vereint mit Preußen, unterlag am 14. Oktober 1806 bei Jena und Auerstädt der Macht Napoleons. Die danach zu zahlenden Kriegskontributionen wurden auch auf Taura verteilt. Manch Einwohner musste sich in die Heeresmacht Napoleons einreihen, da Sachsen sich nach der Jenaer Niederlage mit ihm verbündete. 1813 wurde der Ort erneut mit den Kriegswirren konfrontiert. Schon Ende März kündeten Kosakenschwärme vom Herannahen der Verbündeten. Ende 1813 forderte ein Teil der Armee, die gegen Napoleon kämpfen sollte, in Taura Verpflegung. Nach der Niederlage bei Lützen am 2. Mai flutete das Heer zurück - gefolgt von den Franzosen, die sich erneut als Herren aufspielten. Doch schon im September rückten die Verbündeten mit Gewalt in Richtung Leipzig vor, um in der denkwürdigen Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon zu schlagen. Dabei wurde auch unser Ort von den Verbündeten, in erster Linie Russen, heimgesucht und geplündert, 14 Menschen fielen bei all den Wirren bis Juni 1814 dem Nervenfieber zum Opfer.

Die Sturmperiode 1848/49 ließ Taura ebenfalls nicht unberührt. August Peters, am 4. März 1817 in Taura geboren, beteiligte sich aktiv an der Revolution und wurde nach deren Niederlage zu sieben Jahren Kerkerhaft verurteilt. Peters - als revolutionärer Dichter und Demokrat - war in seiner Haft schriftstellerisch tätig.

 

Da das unter seinem bürgerlichen Namen nicht möglich war, wählte er den Schriftstellernamen "Elfried von Taura". Als er 1856 begnadigt wurde, suchte er erneut Taura auf und besuchte seinen Freund, den Lehnrichter Müller. 1864 starb Peters in Leipzig, erst 47 Jahre alt.

Quelle: Taura und Köthensdorf-R. - Unser Heimatbuch - 1996

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Quelle: Gemeinde Taura - Homepage
http://www.gemeinde-taura.de