Die
Ansiedlung Reitzenhain entstand in
gleicher Weise wie Köthensdorf.
Die Richtung ihrer Dorfstraße
wurde durch den Bachlauf bestimmt,
der - vom Wittgensdorfer Wald kommend
- am unteren Ortsteil endet. Diese
alte Reitzenhain erstreckte sich nach
Osten über den Hundsberg und
nach Westen dem Holzbach zu. Aber
während man in Köthensdorf
anhand der noch vorhandenen Güter
die Lage der ersten Gehöfte erkennen
kann, ist dies in Reitzenhain nicht
mehr möglich. Die Bauernstellen
wurden vermutlich im sächsischen
Bruderkrieg 1450 zerstört, von
den Bauern verlassen und nicht wieder
aufgebaut.
Interessant ist in diesem
Zusammenhang, dass in der Teilungsurkunde
von 1436 Reitzenhain noch mit allen
Dörfern, die in Zukunft zur Herrschaft
Penig gehören sollten, benannt
wurde. Es muss also zu dieser Zeit
noch bewohnt gewesen sein. Aber bereits
1478 sprach eine Urkunde von der "Wüstung
in dem Reitzenhain" und einem"ort
holcz und andere wüstung".
Damit wird aber zugleich die Behauptung
widerlegt, dass Hussiten das Dorf
zerstört hätten. Fanden
deren Kriegszüge doch bereits
in den Jahren 1429 - 1431 statt. Aber
einer der sich um das sächsische
Erbe streitenden adligen Brüder
hatte sich in dem bereits erwähnten
Bruderkrieg Söldner aus Böhmen
angeworben, die landläufig ebenfalls
als Hussiten bezeichnet wurden.
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