Untrennbar
mit der späteren Entwicklung
von Köthensdorf ist die Gasse
verbunden. Ihre "Geburtsstunde"
schlug im Jahre 1784. In diesem Jahr
erteilte Helene Dorothea von Schönberg
dem Geometer Krause den Auftrag, einen
zum Köthensdorfer Gut gehörenden
Feldstreifen, der sich vom alten Schenkgut
bis zur Kühnheide erstreckte,
in 36 Siedlerstellen aufzuteilen.
Zu jeder dieser Parzellen gehörte
außer dem Häuschen ein
halber Scheffel Land Dresdner Maß
was 1,38 ha entsprach. Zusammen mit
den am Anfang der Gasse bereits vorhandenen
Häusern waren es somit insgesamt
40 Siedlerstellen. Aber umsonst ist
nichts! Die Siedler mussten jährlich
ihren Erbzins an die Herrschaft bezahlen.
Er bestand aus einem voll gangbaren
Schock Groschen und drei Pfennigen.
Dazu kamen drei Frontage, ein Stück
Garn war zu spinnen und ein Klafter
Holz zu schlagen, Das war mit Sicherheit
mehr, als die Herrin aus der landwirtschaftlichen
Nutzung des jetzt bebauten Feldstreifens
gezogen hätte.
Die Vergabe der Parzellen
auf der Gasse gibt zugleich Aufschluss
über damals in Köthensdorf
tätige Handwerker. Eine Baustelle
auf der Gasse erhielten:
13 Strumpfwirker, 2 Leineweber, 1
Schneider, 6 Zimmerleute, 1 Maurer,
1 Glaser, 1 Tischler, 2 Musikanten,
1 Soldat, 8 Tagelöhner und 2
ohne Beruf.
In der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts entstand auch
in Deutschland eine öffentliche
Diskussion über die Erbuntertänigkeit
der Bauern. Die Feudalordnung stand
dem wirtschaftlichen Fortschritt im
Wege. Am 17. März 1832 erließ
die königlich sächsische
Regierung ein Gesetz über die
Ablösung der Feudallasten der
Bauern. In Köthensdorf hatte
der Gutsherr auf Limbach, der Reichsgraf
von Wallwitz, 1830 das Schenkgut an
einen gewissen Rudolph verpachtet.
Unter diesem Pächter mussten
die Köthensdorfer Bauern ihren
Frondienst leisten. Das änderte
sich auch nach Erlass des Gesetzes
von 1832 nicht. Es bedurfte der eigenen
Initiative der Bauern, die Befreiung
durchzusetzen. Hier ging der Gartengutsbesitzer
Karl Gottfried Steudtel voran. Ihm
gehörte das Gartengut, heute
Hauptstraße 81 (Altenburger).
Steudtel verweigerte die Frondienste
und setzte das auch vor Gericht durch.
Damit gab er das Signal für den
Widerstand der Bauern im gesamten
Herrschaftsgebiet Limbach.
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