Köthensdorf - 18. Jahrhundert (1)

Gut von Willy Mattes Erben, fränkische Bauweise mit LaubengangOhne Anspruch auf Vollständigkeit sollen nachstehend einige Aspekte aus der langen Entwicklung aufgeführt werden, die oftmals bereits dem Vergessen anheim gefallen sind:

In der Besitzaufstellung der Limbacher Herrschaft 1785 wurde angeführt, dass die Köthensdorfer Bauern auf dem Lehngut 63 Hau- und Rechtage im Jahr zu leisten hatten. In dem Besitzerverzeichnis von 1804 wurden folgende Köthensdorfer Bauern als Besitzer eines Pferdefrongutes bezeichnet: die heutigen Höfe von Christian Richter, ehemals Speck, Manfred Rehnert, Heinz Rauch, Gotthard Matthes, ehem. Willi Matthes, Gottfried Schlimper, Lisa Schirmer, Gottfried Rudelt, Johannes Müller, Erna Kühn. Als Handfrongut wurden die heutigen Güter von Pechstein und Winkler ausgewiesen. Viele Häusler wandten sich einer handwerklichen Tätigkeit zu. Eine andere Schicht der Bevölkerung im Dorf waren die Hausgenossen, also jene, die kein eigenes Haus hatten. Sie arbeiteten meist in der Landwirtschaft mit.

Der erste und von Anfang an wichtigste Handwerker war der Schmied. Aber ohne Holzkohle konnte er den wachsenden Anforderungen nicht genügen. So wird ihm ein Köhler zur Seite gestanden haben. In Köthensdorf ist ein Köhler in den Jahren 1731 bis 1778 verbürgt. 1674 gab es nur "1 Becke und der Schmied" im Dorf.
Nicht zu vergessen ist der Müller. Vielleicht befand sich die erste Mühle im Grundstück der heutigen Schmiede von Günter Ihle. Bei Bauarbeiten legte man ein altes Mühlbecken bloß.

Damit läßt sich auch die tiefe Lage des heutigen Wohnhauses erklären. Der Mühlteich hätte dann etwa auf dem Grundstück der ehemaligen Bäckerei Fischer gelegen. In der Nähe des Schenkgutes, auf dem Platz des 1843 erbauten alten Gasthofes (heute Park), hatten die Leineweber "vom Bach bis an den Berg" einen Bleichplatz. Das Bedürfnis, größere und schönere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude zu bauen, erforderte Bauhandwerker, vor allem Zimmerleute, aber auch schon Maurer.

 

Letztere wurden gebraucht, weil bei der Bauweise der Häuser im 18. Jahrhundert das untere Stockwerk nicht mehr aus Holz, sondern aus Bruchsteinmauerwerk ausgeführt wurde.

Quelle: Taura und Köthensdorf-R. - Unser Heimatbuch - 1996

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Quelle: Gemeinde Taura - Homepage
http://www.gemeinde-taura.de