Die Amtshauptmannschaft
Rochlitz erklärte sich auf Initiative
des Gemeinderates Taura im Juni 1926
einverstanden, eine 2. Apotheke im
Raum Burgstädt neben der Adler
Apotheke in Burgstädt zu errichten.
Als geeigneter Standort kam der von
der Gemeinde Taura empfohlene Platz
an der Mittweidaer Straße in
Betracht.
Die gemeinnützige
Baugenossenschaft unter Vorsitz von
Wilhelm Rantzsch ließ 1927 auf
der "Herrenteichwiese" ein
stattliches Gebäude mit Apotheke,
Friseursalon und vier Wohnungen errichten.
Seitdem werden in den Räumen
des Hauses pharmazeutische Arbeiten
ausgeführt. Hochschuldozent Wilhelm
Rantzsch holte den mit ihm befreundeten
Apotheker Fr. Rasche aus Leipzig nach
Taura, der die Apotheke am 12. Januar
1928 eröffnete und bis 1936 betrieb.
Als SPD- Mitglied begannen für
Herrn Rasche mit Machtübernahme
der Nazis schwierige Zeiten, sodass
kaum die Miete für die Apotheke
bezahlt werden konnte.
Als Pächter der
Apotheke hat sich im Juli 1936 Dr.
Hermann Kiermayr gemeldet. Die Akten
im Kreisarchiv Wechselburg umfassen
bis zu diesem Zeitpunkt immerhin 120
Seiten. Dr. Kiermayr fiel zu Anfang
des 2. Weltkrieges an der Front. In
dieser Zeit waren alle Ärzte
in der Umgebung bis auf Dr. Otto in
Claußnitz, der seit 1929 als
praktischer Arzt ansässig war,
zum Wehrdienst eingezogen.
Dr. Kiermayrs Frau Marianne, ebenfalls
Apothekerin, betrieb die Apotheke
bis 1952 weiter.
1952 wurde die Apotheke
verstaatlicht und zunächst als
Poliklinik Apotheke betrieben. Es
folgten bis 1960 Apotheker Helmut
Brodmeier und bis 1971 Alexis Scheffel,
welche alle in der Dienstwohnung über
der Apotheke wohnten.
Seit 1. Oktober 1971
leitet Apotheker Steffen Hentzschel
die Apotheke. 1980 wurde die Apotheke
um die Räume des ehemaligen Friseurgeschäftes
Mehner erweitert. Von 1952 bis September
1990 wurde die Einrichtung als staatliche
Einrichtung in der DDR betrieben.
Am 1. Oktober 1990 kaufte Fachapotheker
Steffen Hentzschel die Apotheke von
der Treuhand und firmiert seit dem
unter Chemnitztal-Apotheke Taura.
1992 erfolgte ein Umbau
der Räume mit neuer Geschäftseinrichtung.
Seit dem 1. Februar 2005 ist Steffen
Hentzschel nach langem Hin und Her
Eigentümer des Hauses mit Grundstück.
Im gleichen Jahr wurde das Gebäude
komplett rekonstruiert. Dazu gehörten
insbesondere Trockenlegung, Außenputz,
neue Eingangstüren und Schaufenster,
Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln
und Neugestaltung des Hofes mit Parkplätzen
und Garage. Es entstanden 200 qm Geschäftsfläche
und vier Wohnungen in neuem Glanz.
Fünf Mitarbeiter
und ab und zu Praktikanten sind in
der Einrichtung beschäftigt.
Eine gute fachliche Beratung der meist
aus dem ländlichen Raum kommenden
Kunden ist besonders wichtig. Vorraussetzung
dafür ist auch die berufliche
Fortbildung, die regelmäßig
wahrgenommen wird. Die Apotheke ist
eingebunden in den Bereitschaftsdienst
der Region Burgstädt, Limbach-Oberfrohna.
Durch den rasanten Fortschritt
in Medizin und Pharmazie hat sich
das Tätigkeitsbild der Apotheke
verändert. Während in der
vergangenen Zeit bis 1990 hatte die
individuelle Anfertigung von Rezepturen
und in der DDR die industrielle Ersatzproduktion
einen bedeutenden Stellenwert.
|