Schulen in Taura

Schule in TauraIn den vergangenen Jahrhunderten kümmerte sich der Staat herzlich wenig um die Bildung der bäuerlichen Bevölkerung in den Dörfern. Er überliess dies in der Regel der Kirche. In vielen Kirchdörfern, so auch in Taura, gründeten die Pfarrer sogenannte Kirchenschulen. Meist beauftragten diese wiederum die Küster, die Kinder im Katechismus und Kirchgesang zu unterrichten. Diese Kirchschulen standen auch den Kindern aus den eingepfarrten Gemeinden offen, so dass die Köthensdorfer Einwohner ihre Kinder nach Taura in die Kirchschule schicken konnten. Aber ganz so reibungslos scheint das nicht funktioniert zu haben, denn bis 1891 durften nur die Kinder der Tauraer Kirchschule bei Begräbnissen singen, selbst wenn der Verstorbene ein Köthensdorfer war. Bis 1841 war es zudem ein Vorrecht des Tauraer Kirchschullehrers, in Köthensdorf den Gregoriusumgang zu leiten.

In Taura hat sich die Kirche sehr frühzeitig der Bildungsaufgabe angenommen. So wurde schon in einem Inventar von 1556 festgehalten, dass die"custodia" (Küsterei oder Kirchschule) ein neues Gebäude habe. In einem Protokoll von 1617 wird dieses Schulhaus erneut erwähnt. Aus einem 1827 angefertigten Protokoll ist die Erweiterung der Schule um einen Flügel mit Zwei Zimmern für den Lehrer ersichtlich.

1859 beschloss man, eine neue Schule zu bauen. Am 3. Juli 1855 wurde diese Schule, in der sich nur drei Schulzimmer befanden, feierlich eingeweiht. Zwei Lehrerstellen konnte man ausschreiben. Da inzwischen die Bevölkerung des Ortes und damit die Schülerzahl beinahe um das Doppelte wuchs, reichten die Räume nicht aus. Man erkaufte von Pfarrlehn einen Bauplatz und errichtete eine Schule mit acht Schulzimmern und Wohnraum für die Lehrer. Am 1. September 1888 wurde die neue Schule bezogen.

Gebäudedurchgang der SchuleAm 1. September 1968 erfolget der Anbau der Schule, der durch einen Gebäudedurchgang mit dem vorhandenen Schulhaus verbunden wurde. Der Anbau hatte sich notwendig gemacht, da die Schule zur Zehnklassenschule (seit 1962) erweitert worden war. Seit August 1994 ist diese Schule vom Kulturminister als regionale Mittelschule benannt. In ihr werden Schüler in drei Profilen unterrichtet. Die Grundschule wurde nach dem Zusammenschluss beider Orte in den Ortsteil Köthensdorf verlagert. (Stand 1996)


Quelle: Taura und Köthensdorf-R. - Unser Heimatbuch - 1996


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Quelle: Gemeinde Taura - Homepage
http://www.gemeinde-taura.de