Taura(RH). Will-Therese
van de Wiel - van Roosmalen, ihr Ehemann
und die beiden Kinder stammen aus
Sint Odenrode in Holland. Einen Urlaub
in der tschechischen Republik nahmen
sie zum Anlass auch gleich einmal
auf den Spuren der Familiengeschichte
zu wandeln. "Wir haben unseren
Reiseweg extra so geplant, dass wir
Taura, Markersdorf und Burgstädt
einen Besuch abstatten können"
erzählt die junge Frau in fast
perfektem deutsch.

"Mein Großvater,
Rudolf Löbel, wurde hier in Markersdorf
geboren. Sein Vater Otto Löbel
starb mit jungen 23 Jahren und meine
Urgroßmutter Luise heiratete
neu in eine Müllersche Familie
ein." Rudolf Löbel lebte
zeitweise auch in Taura und Burgstädt,
ehe er Mitte der 1930iger Jahre nach
den Niederlanden auswanderte. Sein
Wissen aus der Strumpffabrikation
nahm er mit nach Holland, wo die Textilfabrikation
noch nicht so weit fortgeschritten
war. Und so brachte er es später
bis zum Abteilungsleiter in der Textilfabrik
Jansen-de Wit in Sch???ndel in den
Niederlanden. Dort heiratete er auch.
"Seine niederländische Frau
hatte immer die neuen Strümpfe
aus der Entwicklungsabteilung auszuprobieren"
erzählt Will- Therese van de
Wiel eine Familienanekdote. Die NS-Zeit
war eine schwere Zeit für meinen
Großvater. In den Niederlanden
wurde er immer als Deutscher argwöhnisch
angesehen, von den deutschen Besatzern
beinahe als Verräter betrachtet,
weil er ausgewandert war.
"Hier in Taura
hat meine Familie in der Nr. 227b
gelebt. Das sind allerdings die alten
Hausnummern und so haben wir das Haus
nicht wiedergefunden" ist van
de Wiel etwas enttäuscht. Auch
ein Besuch im Rathaus in Taura half
erst einmal nicht wirklich weiter.
Zwei alte Postkarten mit zwei Häusern
sind ein Hinweis, allerdings ist fraglich
ob die Gebäude überhaupt
in Taura gestanden haben. Denn eben
eine der Karten ist an die Nummer
227b in Taura adressiert. "Das
alles ist schon ziemlich lange her,
aber vielleicht gibt es ja noch Menschen,
die sich an meinen Großvater
und meine Urgroßeltern erinnern
können" hofft Will-Therese
van de Wiel. Und fast entschuldigend
fügt sie an: "ln den Zeiten
des kalten Krieges war es fast nicht
möglich von den Niederlanden
hierher zu kommen."
Hinweise an die Familie
van de Wiel van Roosmalen können
über die Redaktion des Tauraer
Heimatblattes in der Gemeindeverwaltung
Taura weitergegeben werden.
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