Im
Dunkel der Geschichte liegen die baulichen
Anfänge unserer Kirche verborgen.
Die vor Zeiten stark bewaldete Gegend
war von wenigen Wegen durchzogen.
Städte wie Meißen und das
Kloster bei Nossen waren Ziele der
reisenden Kaufleute und Ritter. Kapellen
am Weg luden zur besinnlichen Einkehr.
So wohl auch in Taura.
Von der Kapelle aus,
zu beiden Seiten des Dorfbaches, siedelten
sich Bauern an. Der Ort wuchs. Aus
der Kapelle wurde eine Kirche. Ihr
heutiger Grundriss stammt aus der
zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Im Kirchenschiff und in der Sakristei
finden sich zwei Einlassungen in die
Kirchenmauer, die mit kleinen Gittern
verschlossen sind. Es handelt sich
um zwei Tabernakel, in denen vor der
Reformation die geweihten Hostien
aufbewahrt wurden. Im Jahr 2002 wurde
jedoch bei Abputzarbeiten ein Fensterbogen
freigelegt, der eine Bautätigkeit
in spätgotischer Zeit, also um
1520, bestätigt.
Der Name Moritz weist
auf den heiligen Mauritius hin. Er
war ein Hauptmann in römischen
Diensten, der um 300 dem Kaiser den
Befehl verweigerte, Unschuldige zu
töten und dafür enthauptet
wurde. Im Magdeburger Dom steht eine
Statue aus dem 13. Jahrhundert, die
ihn als Afrikaner zeigt. Seine Attribute
Lanze und Schwert sind in der neugestalteten
Wetterfahne zu sehen (siehe Bild).
1860/61 wurden große
bauliche Veränderungen vorgenommen.
Vor allem der hohe Dachreiter wurde
durch einen massiven Turmaufbau ersetzt,
der bis heute das Vierergeläut
trägt. Die größte
Glocke stammt aus dem Jahr 1492. In
ihr findet sich noch einen olivgrüne
Nummer aus der Zeit des 2. Weltkrieges
als Glocken in Kanonenrohre umgeschmolzen
wurden. Gott sei Dank sowie den Gemeindegliedern,
die sich nach dem Krieg, trotz aller
Not, auf die Suche machten, denn die
Tauraer Glocken konnten unversehrt
zurückkehren und laden seit 1949
wieder als vollständiges Geläut
zum Gottesdienst ein.
Das Kircheninnere bietet
mit seinen zwei Emporen Platz für
350 Besucher. Ungewöhnlich ist
der Standort der Orgel. Sie befindet
sich über dem Altar und erhielt
1994 ein neues Gebläse. Ein klassizistischer
Taufstein stammt aus dem Jahr 1797.
Ein Deckengemälde mit der Darstellung
des jüngsten Gerichts wurde von
Johann Tobias Perthes im Jahr 1695
angefertigt.
2003 wurde die Außensanierung
abgeschlossen. Unsere Kirche, als
ältestes Gebäude von Taura
und Köthensdorf, erinnert die
alteingesessenen Familien an ihre
Wurzeln und versucht den Zugezogenen,
Kontaktmöglichkeiten und neue
Heimat zu bieten. Jeden Sonntag wird
9.30 Uhr Gottesdienst gefeiert. Auch
Gäste sind herzlich willkommen.
Nach kurzer Voranmeldung (Tel: 03724/3352)
besteht die Möglichkeit, die
Kirche zu besichtigen. Das Pfarramt
befindet sich in der Hauptstraße
131. Pfarrer Alberti erreichen Sie
unter der Rufnummer 03724-3357.
Quelle:
St.-Moritz-Kirchgemeinde Taura
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