Taura(RH).
Fast fünfzehn Minuten lang schallten
Tauras Kirchenglocken am zweiten Junisonntag
ins Land hinaus und verkündeten
die feierliche Wiederinbetriebnahme
ihres neuen Glockenstuhles und ihre
geglückte Restaurierung. Als
Abschluss des großen Festgottesdienstes
zu diesem Anlass und auch als Schlusspunkt
unter einem fast zweijährigen
Kapitel des Schweigens vom Tauraer
Kirchturm meldeten sie sich mit voller
Kraft zurück. Ob im 14. Jahrhundert,
1492, 1921 oder 1949 gegossen, wurde
jede einzelne sehnlichst vermisst
und ihr Läuten fehlte im Dorfe.
So wurde
denn auch in dem festlichen Gottesdienst
dem Klang jeder Glocke eindringlich
gelauscht und ihr Läuten auf
einer Leinwand im Kirchenschiff verfolgt.
Pfarrer Thomas Alberti stellte sie
der Kirchgemeinde dabei noch einmal
im Einzelnen vor. Von Inschriften
und Tonhöhe, von Alter und Herkunft
wurde berichtet und rief noch einmal
manches Staunen hervor.
Im Festgottesdienst
wurde auch an die beschwerlichen und
kostspieligen Arbeiten der letzten
zwei Jahre erinnert. Eine Fotoschau
zeigte die einzelnen Stationen vom
riesigen Loch im Kirchturm, der Glockenabnahme,
ihrem Abtransport, der Rückkehr
und Wiedereinbringung in den Turm
und dem Glockenstuhlneubau unter engsten
Platzverhältnissen. Dafür
dass alle Arbeiten ohne Unfälle
und größere Beschädigungen
gelangen wurde Gott aber natürlich
auch den Bauschaffenden gedankt.
Tauras
Glockenschlag umhüllt nun wieder
alle, die ihn vernehmen, lässt
den Alltag unterbrechen, Innehalten,
Durchatmen und zu Gott finden. Ihr
Klang ruft, mahnt und erinnert wieder
Tag für Tag, Jahr für Jahr
und hoffentlich Jahrhundert für
Jahrhundert.
Robin
Helmert
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