"Gott sei Dank,
denn es hätte auch wirklich anders
kommen können !" so Pfarrer
Alberti, "In einer Zeit vieler
schlechter Nachrichten ist es wichtig
für unser Leben, dass wir auch
auf die guten Nachrichten achten."
Seit nunmehr 4 Jahren
beschäftig und bewegt die Gemeinden
in der Umgebung der Kampf gegen den
drohenden Gesteinsabbau. Unzählige
Gespräche, große und kleine
Proteste haben in dieser Zeit stattgefunden,
eine Menge gefüllter Aktenordner
haben sich angesammelt. Sogar Nachbargemeinden
sollten gegeneinander ausgespielt
werden. Und, vor Jahren überhaupt
nicht vorstellbar, wurde von demokratischen
Grundrechten Gebrauch gemacht und
die Gemeinde Taura klagte gegen den
Freistaat Sachsen.
Auf den Tag genau 4
Monate nach dem Gemeindeprotest gegen
die Probebohrungen im Januar, fanden
sich am Pfingstmontag viele Einwohner
und Gäste zum Dankgottesdienst
in der Tauraer Kirche zusammen.
Pfarrer Alberti unterstrich
noch einmal das Engagement der Gemeinde,
des Tauraer Gemeinderates und des
Bürgermeisters, sowie der Tauraer
Bürger, zusammen mit den Einwohnern
und Kirchgemeinden der Nachbarorte,
dabei allen voran der Claußnitzer
Verein mit Frau Dr. Otto und Pfarrer
Schmidt an der Spitze, sowie allen,
die sie dabei unterstützen. Nicht
zu vergessen die zahlreichen Demonstranten,
die bei Wind und Wetter oder klirrender
Kälte dem Willen der Gemeinden
einen unübersehbaren Nachdruck
verliehen haben. Sie alle haben von
Anfang an klargemacht haben, wie Ernst
es ihnen mit der Ablehnung des Gesteinsabbau
auf den Feldern "Hugo" und
"Bernd" ist.
Allerdings ist mit dem
Verzicht auf die beiden Bergwerksfelder
das Problem Gesteinsabbau nicht aus
der Region verschwunden. In der nahen
Umgebung, so zum Beispiel in Mühlau,
wird auch weiterhin gegen drohende
Abbaugebiete gekämpft. Und dieser
Kampf gegen die massive Ausbeutung
unserer Heimat sollte auch weiterhin
von allen unterstützt werden.
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Der anschließende
Weg zum Punkt der ersten Probebohrung
in Taura konnte bei angenehmen
Temperaturen bewältigt
werden. Säumten vor 4 Monaten
noch Schneewehen den Weg und
machte ein eisiger Wind das
Vorankommen recht mühsam,
war es nun ein Spaziergang im
Grün der Felder und der
Natur.
Direkt am ehemaligen Bohrloch
1 zeugt eine am 30. April 2004
gepflanzte Linde von der Bedeutung
dieser Stelle. Dieser Baum soll
auch den kommenden Generationen
ein Hinweis sein, verantwortungsvoll
mit dem Reichtum der Region
umzugehen. Zusätzlich ist
noch eine Gedenktafel in Vorbereitung.
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"An
einen trüben Novembertag im Jahre
1991" erinnerte sich Bürgermeister
Vivus, an dem zwei Geschäftsführer
einer großen Firma mit sämtlichen
Unterlagen vom Bergamt Chemnitz und
vom Oberbergamt Freiberg (von denen
die Gemeinde keinerlei Kenntnis hatte)
auf dem Lindenberg standen. Die beiden
erfahrenen Männer sahen dort
die landwirtschaftlichen Flächen,
den Lindenberg und die Wohnbebauung,
fanden in den Unterlagen wie tief
das Gestein liegt und stellten fest:
"Hier lassen wir die Finger davon."
So verging dann Jahr um Jahr. Erst
als sich die Sandwerke Biesern kurz
vor Ablauf einer "Übergangsregelung"
im Einigungsvertrag die Abbaurechte
sicherten und schließlich im
Jahr 2000 den Aufsuchungsbetriebsplan
beantragten, nahm die Bedrohung konkrete
Formen an und stand bis zum Verzicht
der Sandwerke im Mai 2004 im Raum.
Der Bürgermeister
lobte dabei noch einmal die Zusammenarbeit
mit dem Gemeinderat, dem Kirchenvorstand
und dem Pfarrer, die alle "an
einem Strang gezogen haben".
Dieser Zusammenhalt stimme ihn auch
für die nächste Zeit sehr
positiv. Er gab jedoch zu bedenken:
"Erst wenn die Bergwerksfelder
"Bernd" und "Hugo"
aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen
sind und dies in einem der sächsischen
Amtsblätter veröffentlicht
worden ist, haben wir gewonnen. Wir
sind sehr nah dran, aber dieses letzte
Prozent sollten wir nicht vergessen."
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