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Mehrere hundert Menschen
folgten dem Aufruf der Gemeinde und
des Kirchenvorstandes und protestierten
trotz Kälte und Wind gegen die
Probebohrungen und den drohenden Gesteinsabbau.
Die rege Teilnahme ist Ausdruck für
den Wunsch der Menschen in unserer
Region, für die Bewahrung der
Schöpfung, für den Erhalt
landwirtschaftlicher Nutzflächen
und die Zukunft der Kinder und Enkel
entschlossen einzutreten und zu kämpfen.
Pfarrer Alberti erinnerte
bei der Andacht in der Tauraer Kirche
an die Geschichte vom Kampf David
gegen Goliath. Wobei die Steinschleuder
des David in unserem Fall die vielen
öffentlichen Auftritte gegen
den Gesteinsabbau und gegen die Probebohrungen,
die Aufkleber an den Autos, die Protestaktionen
in Königshain, Markersdorf und
Taura und schliesslich der kostspielige
Gang durch die gerichtlichen Instanzen
sind: "Nur wenn wir unsere Stimme
erheben wird man uns hören, nur
wenn wir uns in Bewegung setzten wird
man uns sehen und nur wenn wir zusammenhalten
werden wir stark sein."
Nach der Andacht in
der Tauraer Kirche, an der auch Landrat
Dr. Andreas Schramm teilnahm, führte
der Protestmarsch über den Kirchsteig
und den Marktplatz, die Haupt- und
Feldstraße entlang auf den Wanderweg
nach Köthensdorf zum geplanten
Bohrloch 1.
In kurzen Ansprachen
äusserten sich Herr Vivus, Bürgermeister
der Gemeinde Taura, der nochmals klarstellte,
dass die Gemeinde Taura sich nicht
unterkriegen lassen und den Kampf
gegen den geplanten Gesteinsabbau
auch weiterführen wird.
Eine geplante Versammlung
des Netzwerkes der Initiativgruppen
Gesteinsabbau e. V. wurde kurzerhand
so verlegt, dass die Mitglieder am
Protest in Taura teilnehmen konnten.
Herr Ullrich Wieland vom Netzwerk
der Initiativgruppen Gesteinsabbau
e. V. machte darauf aufmerksam, dass
hier in Taura erstmals überhaupt
in den neuen Bundesländern bereits
gegen die Probebohrungen geklagt worden
ist. Dies stärke die Hoffnung,
dass der hier geplante Raubbau auch
verhindert werden kann.
Ausserdem verlas Gemeinderat
Herr Christian Richter eine Grussbotschaft
von Herrn Dr. Jahr (MdB) und trug
noch einige Gedanken zur Thematik
vor. So verwies er auf die Forderung
des Oberbergamtes in Freiberg, eine
Entscheidung zu treffen zwischen den
Felder "Hugo" in Markersdorf
oder "Bernd" in Taura. Damit
hat man seiner Meinung nach wieder
einmal versucht, die Leute gegeneinander
aufzubringen. Um dem entgegenzuwirken,
müsse man auch künftig gemeinsam
mit den anderen betroffenen Gemeinden
gegen den Raubbau vorgehen und die
Aktionen wie bisher miteinander abstimmen.
Herr
Steinert (2. Beigeordneter des Landrats)
warb für ein gemeinsames Vorangehen
des Landratsamtes mit der Kommune,
so dass mit Hilfe des öffentlichen
Protestes eine für die Region
verträgliche Lösung gefunden
werden kann wie dies in anderen Beispielen
realisiert wurde (z.B. Zschopaugebiet).
Er verwies zudem darauf: Recht haben
ist das eine, aber das Bergrecht ist
stärker als irgendwelche anderen
kommunalrechtlichen, planungsrechtlichen
oder umweltrechtlichen Gründe.
Hier sollte folglich angesetzt und
an die Bundestagsabgeordneten gegangen
werden, damit endlich erkannt wird,
dass das Bergrecht zu dominant ist.
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